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Spanien ist im Kommen

Immobilien wieder gefragt

pso. FRANKFURT, 3. März. Die politischen Risiken Spaniens sind derzeit nicht gerade gering: Ob es der Sozialistischen Partei PSOE gelingt, mit Regionalisten und der linken Protestpartei Podemos innerhalb weniger Wochen eine Regierung zu bilden, steht in den Sternen – Neuwahlen sind jedenfalls nicht unwahrscheinlich. Und die Separatisten vor allem in Katalonien geben keine Ruhe. Beides könnte die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen. Dennoch halten viele Beobachter die wirtschaftliche Erholung Spaniens für so gefestigt, dass sie dem Immobilienmarkt positive Perspektiven bescheinigen. Die Beratungs- und Investmentgesellschaft Catella berichtet, dass inzwischen wieder etliche internationale Investoren auf Spanien verweisen, wenn sie nach passenden Investitionschancen für Spitzengewerbeimmobilien gefragt werden. Das gelte nicht nur für Madrid und Barcelona, sondern auch für Bilbao, Valencia, Saragossa, Sevilla und Málaga. Catella führt dies darauf zurück, dass sich das ambitionierte Reformprogramm insgesamt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens ausgewirkt habe. Voraussichtlich werde das Land 2016 der verhaltenen globalen Wirtschaftsentwicklung standhalten und ein Wachstum von 2,7 Prozent erreichen, also zu den wachstumsstarken Ländern der EU gehören. Ein Indiz für den Aufschwung ist der wachsende Einzelhandelsumsatz – mit entsprechenden Folgen für den Markt für Einzelhandelsflächen. Stark sei hier die Nachfrage durch Modeunternehmen und Restaurantbetreiber. Hinzu kommen inzwischen auch wieder internationale Ketten, die vor allem Flächen in den Bestlagen von Madrid und Barcelona begehren. Dort liegen die Spitzenrenditen bei 4 Prozent – ähnlich wie in den deutschen Bestlagen. Ähnliches gilt für den Büromarkt: Auch hier werden immer mehr ausländische Anleger aktiv, und auch hier steigen die Preise in den guten Lagen Madrids und Barcelonas kräftig. Das und das knapper werdende Angebot führen dazu, dass auch in weniger guten Lagen der beiden Metropolen und in anderen Städten Spaniens investiert wird. (F.A.Z. 4.März 2016)

Im dritten Quartal 2015 gabe es einen Boom bei Immobilienkäufen in Spanien durch Ausländer, angeführt von den Briten

Die spanischen Eigentumsregister haben die neuesten Daten für das dritte Quartal 2015 veröffentlicht und es zeigt sich, dass es das beste Quartal für Immobilienkäufe durch Ausländer mit 12.545 Verkäufen (Juli-September) seit Datenerhebung ist.

Die Gesamtzahl der Immobilienverkäufe liegt in dem Quartal bei 92.786 und ist damit das größte Verkaufsvolumen seit dem ersten Quartal 2013 und das zweithöchste seit dem ersten Quartal 2011. Das Tief von 72.560 Verkäufen während der Krise im vierten Quartal 2013 scheint jetzt in Vergessenheit zu geraten, nachdem die aktuellen Zahlen diese um mehr als 20.000 Verkäufe übertreffen.

Im Jahresvergleich sind die gesamten Immobilienverkäufe um 16,6% angestiegen, während Käufe durch Ausländer sogar um 20,3% zugelegt haben. Wenn man diese Ergebnisse mit dem zweiten Quartal vergleicht, sind diese auch beeindruckend, da die gesamten Verkäufe um 6.5%, und die durch Ausländer um 12,2% anzogen. (Fuster & Associates Newsletter November 2015)

Die Briten führen die Steigerung wieder an

Wie man in Abbildung 1 sehen kann, waren wieder die Käufe der Briten der treibende Faktor im Anstieg der Gesamtkäufe durch Ausländer. Die Briten haben nun einen Anteil von 23,12% an Immobilienkäufen in diesem Quartal, was einer Summe von 2.895 Immobilien entspricht.

Abbildung 1: Top ten der nichtspanischen Nationalitäten, welche eine Immobilie in Spanien kaufen (ausgenommen Rumänien & Marokko)

Die Anzahl der britischen Käufer ist um 53,5% im Vergleich zum Vorjahr und 30,8% zum Vorjahresquartal enorm gestiegen. Diese unglaublichen Ergebnisse zeigen, dass die britischen Käufer wirklich zurück am Markt sind um spanischen Immobilien zu kaufen. Dies ist zu begründen durch das starke Pfund Sterling und der Stärke der britischen Wirtschaft. (Fuster & Associates Newsletter November 2015)

Die Register stellten einen Immobilienpreisanstieg von 6,6% für das dritte Quartal fest

Die Statistiken der spanischen Eigentumsregister zeigen, dass die Preise für Immobilien in Spanien im dritten Quartal 2015 um 6,6% im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Die aktuellen Steigerungen führen laut Register zu einem durchschnittlichen Preisniveau von 28% unter den Höchstpreisen der Vergangenheit.

The Methode für die Berechnung der Preisänderungen ist, nur Preise von Objekten zu berücksichtigen, welche Teil des „aktiven Marktes“ sind. In anderen Worten, die aktuell Statistik bewertet was aktive Käufer bereit sind, für Objekte auszugeben, welche eine Nachfrage haben, während Objekte ohne Nachfrage nicht berücksichtigt werden. (Fuster & Associates Newsletter November 2015)

Die Anzahl der unverkauften Immobilien in Spanien sinkt

Die Anzahl der nicht verkauften Immobilien in Spanien wird wahrscheinlich auf 350.000 Objekte in 2016 sinken, 71% weniger als der Höchstwert von 1,2 Millionen in 2008. Die Voraussagen basieren auf einer gemeinsamen Studie der Sociedad de Tasación (Gesellschaft der Gutachter) und der Asprima association aus Madrid.

Die Voraussagen wurden berechnet aus Daten der INE, dem Business Practice Institute (IPE) und  dem Netzwerk der qualifizierten Immobilienberater (RAIC) und demonstrieren, dass der Aufschwung der spanischen Immobilienverkäufe einen starken Einfluss auf die zur Verfügung stehenden Objekte hat und zur selben Zeit, dass der spanische Immobiliensektor sich erholt.

Die Studie hat ergeben, dass 74% der unverkauften Objekte sich in den Regionen Murcia, Andalusien, Kastilien-La-Mancha und der autonomen Gemeinschaft Valencia befinden. Diese Zahl soll im nächsten Jahr auf 51% fallen, da die Nachfrage für Objekte an den drei Küstenregionen stetig steigt.

Eine pessimistische Aussage von Juan Fernández-Aceytuno, dem Direktor der Sociedad de Tasación ist, dass er glaubt, dass der spanische Immobiliensektor sich näher an der Stabilisierung als am Aufschwung befindet und er sagt, dass wenn sich dieser Sektor erholt, diese Erholung sich ungleich auf die verschiedenen Regionen auswirken wird. (Fuster & Associates Newsletter November 2015)

Positive Aussichten von der Caixabank

Oriol Aspachs, der Direktor für Makroökonomie der Caixabank Research war hingegen positiver und erklärt, dass die Veränderungen im spanischen Immobiliensektor vollzogen sind und das dieser Sektor sich jetzt in einer „Expansionsphase“ befindet. Er sagt, dass die Banken nicht nur bereit sind, die nächste Phase des Sektors zu finanzieren, sondern dies auch schon tun.

Wie auch Fernández-Aceytuno betont er, dass die Erholung in manchen Gebieten viel stärker ist als in anderen. Er sagt aber auch, dass die besten Gebiete einen starken Anstieg an Investitionen über die nächsten Quartale erleben werden und dass die Preise in diesen Gebieten stark ansteigen werden.

Aspachs merkt auch an, das sich die spanische Wirtschaft verbessert hat und die Arbeitslosenzahl sich um rund eine halbe Million Menschen in diesem Jahr verringert hat. Die Arbeitskosten wurden reduziert Spaniens Wettbewerbsfähigkeit stieg auf internationales Niveau.

Er sagt voraus, dass weitere 400.000 bis 500.000 Menschen in 2016 eine neue Arbeitsstelle finden werden und prognostiziert positive Überraschungen in der nahen Zukunft, da Faktoren zusammenkommen, welche weitere Verbesserungen im spanischen Immobiliensektor zum Ergebnis haben werden. (Fuster & Associates Newsletter November 2015)

Konjunktur in Fahrt

Madrid - Im früheren Krisenland Spanien kommt die Wirtschaft immer mehr in Schwung. Im ersten Halbjahr sei bisher ein annualisiertes Wachstum von 4 Prozent registriert worden, sagte Wirtschaftsminister de Guindos am Mittwoch im Parlament in Madrid. Er betonte, die seit Beginn der Krise im Jahr 2008 erlittenen Einkommensverluste könnten bis Ende 2016 wettgemacht sein, falls sich die aktuellen Prognosen bestätigen sollten.

„Wer hätte das noch vor wenigen Monaten vorhergesagt?“, rief der Minister vor den Abgeordneten. Bisher hatten die Behörden für 2015 in „vorsichtigen Prognosen“ ein Wachstum von 2,9 Prozent vorausgesagt. Im Mai hatte Luis de Guindos dann eine aufs Jahr hochgerechnete Wachstumsquote von 3,6 Prozent bekanntgegeben.

Damals hatte der Minister gewarnt, politische Instabilität nach den für Ende des Jahres vorgesehenen Parlaments-Wahlen sei das größte Risiko für die große Volkswirtschaft Spanien in der Eurozone.

Der 55-Jährige de Guindos will Vorsitzender der Eurogruppe werden. Das Mandat des aktuellen Chefs Jeroen Dijsselbloem, der die Euro-Finanzminister führt, läuft Mitte Juli aus. Der Niederländer will aber erneut kandidieren. (dpa)

 

Spanien-Immobilien Verkaufen wird von 2015 an teurer


Wer vor 1995 in Spanien eine Immobilie gekauft hat und sie mit Gewinn veräußern will, sollte möglichst noch in diesem Jahr handeln, denn der spanische Staat wird 2015 einige Steuerregeln für Verkäufer von Immobilien verschärfen. Dies trifft auch deutsche Eigentümer. Zwar soll der Steuersatz für Gewinne auf Häuser oder Wohnungen von 21 auf 20 Prozent gesenkt werden, dennoch wird es für die meisten Immobilienverkäufer teurer. "Das liegt vor allem daran, dass ab 2015 Kürzungskoeffizienten wegfallen, die den steuerpflichtigen Wert der vor 1995 gekauften Immobilie erheblich reduzieren", sagte Stefan Meyer, Anwalt in Madrid Spanien . Meyer rechnet vor: Wer eine Immobilie vor Ende dieses Jahres für drei Millionen Euro verkauft, die er 1985 für eine Million Euro gekauft hatte, müsste bei Anwendung des Kürzungskoeffizienten einen steuerpflichtigen Gewinn von 481 521,80 Euro versteuern. Bei einem Steuersatz von 21 Prozent würde er derzeit 101 119,58 Euro ans spanische Finanzamt überweisen. Bei einem Verkauf im kommenden Jahr sähe die Steuerbilanz deutlich schlechter aus: Der steuerpflichtige Gewinn läge dann bei zwei Millionen Euro. Bei einem Steuersatz von 20 Prozent wären das 400 000 Euro.

Für Deutsche, die ihren Hauptwohnsitz in Spanien hatten und in ein anderes EU-Land wollen, gibt es von 2015 an einen Weg, die erhöhte Steuer zu vermeiden: Wenn sie den Verkaufserlös komplett in eine neue, von ihnen bewohnte Immobilie investieren, bleibt der Gewinn auf das spanische Haus steuerfrei. Eine spanische Immobilie an Angehörige zu schenken ist dagegen kein Steuersparmodell. Sowohl für das Erbe als auch den Wertzuwachs der Immobilie sind in Spanien Steuern zu zahlen.  (Wirtschaftswoche 28.Juli 2014)